Mehrweglösungen
Ihr seid auf der Suche nach einem passenden Mehrwegsystem für euren Betrieb,
wisst aber noch nicht, welche die richtige Lösung für euch ist?
Hier findet ihr eine Beschreibung der drei möglichen Mehrweglösungen
inklusive Vor- und Nachteile.
Hier findet ihr einige Leitfragen und Tools, die euch eine Orientierung geben
um das für euch am besten geeignete Mehrwegsystem zu finden.
Verschiedene
Mehrweglösungen
Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Optionen: Ihr könnt kundeneigene Behältnisse befüllen,
ein bestehendes Poolsystem nutzen oder ein eigenes Pfandsystem etablieren.
Wozu ihr laut der Mehrwegangebotspflicht verpflichtet seid, erfahrt ihr hier.
Befüllung
kunden
eigener
Behält
nisse
Mehrweg niedrigschwellig und kostengünstig gestalten – das geht. Indem ihr einfach kundeneigene Behältnisse befüllt. Die Initiative „Einmal ohne, bitte“ kennzeichnet Läden und Ladentheken, bei denen Kund*innen eigene Verpackungen befüllen lassen können. Egal ob Bäckerei, Café oder Frischetheke – alle können mitmachen. Teilnehmende Geschäfte erhalten kostenloses Infomaterial und werden auf der digitalen Karte gelistet. Das schafft Klarheit, sowohl auf Seite der Kund*innen als auch beim Verkaufspersonal.
Was ihr dabei aus hygienischer Sicht beachten solltet, findet ihr hier.
- Ihr spart euch die Kosten der Einwegverpackungen bzw. der Mehrwegsysteme.
- Ihr müsst kein neues Mehrwegsystem in euren Betriebsprozessen einführen. Ihr müsst lediglich einen hygienenkonformen Umgang mit mitgebrachten Behältnissen gewährleisten.
- Ihr müsst auf die Sauberkeit und den Zustand der mitgebrachten Behältnissen achten.
- Ihr müsst mit unterschiedlichen Gefäßgrößen umgehen können.
Mehrweg
pool
systeme
In München gibt es verschiedene Anbieter von sogenannten Mehrweg-Poolsystemen. Diese Anbieter haben sich auf Mehrweg spezialisiert und bieten ihre Mehrwegprodukte Gastronom*innen als Serviceleistung an. Das Prinzip ist einfach: gegen einen Mitglieds- oder Nutzungsbeirag stellen sie euch Mehrwegschüsseln und -becher zur Verfügung, die ihr dann entweder gegen Pfand oder via App an eure Kundschaft ausgebt. Schüsseln und Becher von dem System, das ihr ausgebt, nehmt ihr auch wieder zurück. Nach der Rückgabe wird das Mehrweggeschirr gespült und kann anschließend wieder an eure Kund*innen ausgegeben werden. So etnsteht ein Kreislaufsystem in dem kein Müll für Essensverpackungen anfällt.
Wie genau die einzelnen Systeme funktionieren und welches Sortiment jeder Anbieter hat, könnt ihr weiter unten nachlesen.
Viele Rückgabestellen, die in der ganzen Stadt euren Kund*innen eine flexible Rückgabe ermöglichen.
Ihr habt immer ein Ansprechpartner, wenn schnell Nachschub gebraucht wird oder es Probleme gibt.
Ihr erhaltet genormte Behältnisse, die gesundheitlich unbedenklich sind und problemlos in die Spülmaschine und Mikrowelle können.
Ihr werdet automatisch auf der Karte des entsprechenden Mehrwegsystems gelistet – so finden euch auch neue Kund*innen, denen umweltfreundliches Verhalten wichtig ist.
Mit Mehrwegpoolsystemen habt ihr einen hohen Wiedererkennungswert, da die Systeme auch in anderen Städten vertreten sind.
Die Mehrwegsystemhersteller haben Werbematerialien, die euch ohne Mehrkosten bei der Kund*innenkommunikation unterstützen.
Die Hersteller können ihre Behältnisse im Kreislauf führen und garantieren ein Recycling.
Ihr könnt das Mehrwegpoolsystem nicht mit eurem Logo branden.
Ihr zahlt je nach Anbieter Systemgebühren oder pro Benutzung von dem Behältnis.
RECUP/REBOWL
Das Münchner Unternehmen RECUP setzt sowohl bei seinen Schalen (5€) als auch Bechern (1€) auf Pfand, das Kund*innen nach Rückgabe (etwa bei teilnehmenden Partnern) zurückbekommen.
Für teilnehmende Betriebe fällt eine monatliche Benutzungsgebühr an, Pfand läuft als durchlaufender Posten.
Das Produktsortiment besteht aus RECUP-Bechern, passenden Pfanddeckel sowie REBOWL-Schalen.
In München gibt es ca. 700 RECUP/
REBOWL-Partnerbetriebe, die ihr auf der Karte auf der Webseite finden könnt.
RECUP arbeitet mit den Lieferservices Lieferando, Wolt und Uber Eats zusammen.
Relevo
Das Münchner Unternehmen Relevo nutzt eine digitale Lösung: Kund*innen scannen bei der Ausleihe und Rückgabe den QR-Code auf dem Geschirr mit Hilfe der Handykamera oder kostenlosen App ab.
Für teilnehmende Betriebe fällt ein Nutzungsentgelt pro Gefäßnutzung an. Hierbei entsteht keine Vorfinanzierung der Geschirrteile. Die Teilnahme ist monatlich kündbar.
Das Produktsortiment besteht aus Bechern und Schalen aus Kunststoff und Glas sowie Burger-, Pizza- und Sushi-Boxen.
In München gibt es knapp 300 Relevo-Partnerbetriebe, die ihr in der Relevo-App finden könnt.
Relevo arbeitet mit den Lieferservices Lieferando, Wolt und Uber Eats zusammen.
Vytal
Vytal nutzt eine digitale Lösung: Kund*innen und Betriebe benötigen zum Ausleihen und zur Rückgabe der Schüsseln und Becher entweder eine kostenlose App oder eine Offlinekarte, die für 10€ erworben werden kann.
Für teilnehmende Betriebe fällt neben einem Einstiegsbetrag ein Nutzungsentgelt pro Gefäßnutzung an. Die Teilnahme ist monatlich kündbar.
Das Produktsortiment besteht aus Bechern und Schalen aus Kunststoff sowie Burger-, Pizza- und Sushi-Boxen.
In München gibt es über 200 Vytal-Partnerbetriebe, die ihr auf der Karte auf der Webseite finden könnt.
Vytal arbeitet mit den Lieferservices Lieferando, Wolt und Uber Eats zusammen.
* Die hier aufgeführten Mehrweg-Poolsysteme sind die derzeit etablierten Anbieter in München. Diese Übersicht (Stand Oktober 2025) wird je nach Entwicklung auf dem Markt laufend ergänzt und ist daher nicht abschließend. Auch ist dies nur eine Information und keine Empfehlung für einen der genannten Anbieter. Eine Übersicht über alle Mehrweg-Poolsysteme in Deutschland findet ihr hier.
Die Behältnisse aller hier aufgeführten Unternehmen sind geeignet für Industriespülmaschinen, stapelbar, bruch- und kratzfest sowie auslaufsicher.
Eigenes Pfand
system
Selbermachen ist euer Motto – auch beim Aufbau eines eigenen Pfandsystems? Das ist möglich, will aber gut überlegt sein. Die Verpackungen müssen folgende Mindestanforderungen erfüllen:
- lebensmittelecht (erkennbar an dem Glas-Gabel-Symbol),
- geschmacks- und geruchsneutral,
- gut schließbar/ auslaufsicher,
- hitzebeständig (wenn heiße Speisen eingefüllt werden sollen),
- leicht zu reinigen,
- gastrospülmaschinentauglich,
- stapelbar,
- robust (bruchsicher und kratzfest)
Verschiedene Materialien und Anbieter kommen dafür in Frage. Auch eine Kooperation mit anderen Gastronom*innen ist möglich.
Für Kund*innen ist ein eigenes Pfandsystem im Vergleich zu anderen Systemen weniger attraktiv, da sie die Behältnisse im gleichen Betrieb zurückgeben müssen. Mehr Informationen hier.
Ihr könnt die Produkte mit eurem Logo branden.
Ihr könnt Behältnisse wählen, die genau zu euren Produkten passen.
Für die Behältnisse fallen vor allem zu Beginn hohe Anschaffungskosten an.
Kund*innen können die Behältnisse nur bei euch zurückbringen, das führt i.d.R. zu einer sehr geringen Rücklaufquote und weniger Akzeptanz des Systems durch Eure Kund*innen¹.
Geringer Rücklauf bedeutet auch: ihr bleibt auf den Kosten für „verloren gegangene“ Behältnisse sitzen und der ökologische Vorteil von Mehrwegsystemen wird geschmälert.
Damit euer betriebseigenes Mehrwegsystem auch genutzt wird, müsst ihr es an eure Kund*innen kommunizieren – passende Werbemittel zu erstellen kann mit unter ganz schön viel Zeit & Geld kosten.
Bei der Anschaffung der Behältnisse müsst ihr auf verschiedene Kriterien achten, die u.a. die Lebensmittelsicherheit garantieren und ein problemlose Mehrfachnutzung ermöglichen.
1 Laut einer Umfrage der DUH gaben 94% der Befragten Verbraucher*innen an, dass ihnen möglichst viele Rückgabestandorte wichtig sind (https://www.duh.de/themen/recycling/verpackungen/essensboxen/)
Entscheidungshilfe
Das passende Mehrwegsystem für den eigenen Betrieb zu finden ist gar nicht so einfach. Über die Erfüllung der Mehrwegangebotspflicht
hinaus gibt es mehrere Aspekte, die bei der Auswahl der richtigen Mehrweglösung von großer Bedeutung sind:
Wer ist eure Zielgruppe, welches Einsparpotential habt ihr und welche Systeme haben sich bei euch im Viertel schon etabliert?
Hier findet ihr einige Leitfragen und Tools, die euch eine Orientierung geben um das für euch am besten geeignete Mehrwegsystem zu finden.
Entschei
dungs
fragen
Es gibt viele gute Gründe für Mehrweg. Hier haben wir ein paar aufgelistet. Welche sind eure?
- Umweltschutz
- Müllreduktion
- Kosteneinsparung
- gesetzliche Pflicht
- neue Zielgruppe erschließen
- Auslaufsicher: Mehrwegbehältnisse weichen nicht durch
- Essen kann appetitlich angerichtet werden
- Einfaches Handling (z.B. Verschließen) von Mehrwegboxen
- Mehrwegboxen geeignet, um Essensreste mitzunehmen
- Kein Mehraufwand, da Spülmaschine ohnehin im Einsatz
- stabile Verpackung und Deckel schützt das Essen besser als Einweg
→ Schreibt euch eure Ziele auf, damit ihr sie nicht aus den Augen verliert.
- Wie viele To-Go Speisen und Getränke gebt ihr pro Tag aus?
- Wie viel kostet euch eine Einwegverpackung? (im Schnitt ca. 20ct)
- Was würdet ihr sparen, wenn ihr konsequent ein Mehrwegsystem nutzt?
→ Macht eine Kosten/Nutzen-Rechnung. Nutzt dafür gerne diesen Verlgeichsrechner. Fragt dafür bei den verschiedenen Anbietern die nötigen Informationen zu Gebühren, Pfand und Mindestabsatz an.
- Wie alt ist eure Kundschaft im Schnitt?
- Wie technikaffin ist eure Kundschaft?
- Habt ihr eine große Stammkundschaft oder eher viel Laufkundschaft?
→ Es gibt Mehrwegsysteme, die auf Pfand setzen (RECUP/REBOWL) und Mehrwegsysteme, die entweder ausschließlich per App (Relevo) oder per App oder Nutzerkarte (Vytal) nutzbar sind. Betriebseigene Mehrwegsysteme sind nur für Geschäfte sinnvoll, die eine große Stammkundschaft und/oder viele Filialen haben. Ein Blick auf die Zielgruppe lohnt sich also. Mit einem Mehrwegsystem lässt sich außerdem eine neue Zielgruppe erschließen.
- Welche Produkte habt ihr vor allem im Angebot? Wie sind diese verpackt?
- Welches Volumen haben eure Produkte und welche Verpackungsgrößen benötigen sie?
- Wie richtet ihr eure Gerichte an? Benötigt ihr z.B. einen Trennsteg oder reicht eine einfache Bowl?
- Werden die Speisen und Getränke vorproportioniert oder frisch abgefüllt?
→ Die Anbieter haben verschiedene Behältnisse im Angebot – unterschiedliche Größen, Formen, mit und ohne Trennsteg, aus Kunststoff und aus Glas. Es gibt Anbieter, die auch kostenloses Mehrwegbesteck dazuliefern. Eine Übersicht des Produktsortiments der einzelnen Anbieter findet ihr hier.
Auch bei bereits verpackten Speisen kann Mehrweg genutzt werden; z. B. durch ein eigenes Pfandsystem in Weckgläsern oder durch eine vorab Befüllung von Mehrwegbowls.
Gibt es in eurer Nachbarschaft schon andere Gastronomiebetriebe mit Mehrwegsystem? Wenn ja, welches nutzen sie und warum? Tauscht euch aus!
–> Darüber hinaus gibt es verschiedene lokale Infoveranstaltungen zum Thema Mehrweg, die z.B. von Gastroverbänden, der Stadt oder uns angeboten werden. Nutzt solche Angebote, um vertrauter mit Mehrweg zu werden und um euch mit anderen Gastronom*innen in eurer Umgebung auszutauschen.
Das Wichtigste bei einem Mehrwegsystem ist, dass es von den Kund*innen genutzt wird. Um die Nachfrage nach Mehrweg zu steigern, können euch folgende Fragen inspirieren:
- Wie führt ihr bei Euren Kund*innen ein neues Produkt am Besten ein?
- Sprecht ihr Eure Kund*innen bei Produktneuheiten direkt darauf an?
- Habt ihr schon ein Rabattsystem oder schonmal darüber nachgedacht?
- Wäre es eine Option, Mehrweg günstiger und Einweg teurer zu machen?
–> Überlegt euch, was für euren Betrieb passende Maßnahmen sind, um die Nachfrage nach Mehrweg zu steigern. Wie wäre es z.B. mit einem Rabatt für Essen in Mehrweg oder die Standardfrage bei jeder To-Go-Bestellung „Darf es im Mehrwegbehältnis sein?“?
Weitere Informationsquellen:
Einmal ohne, bitte
Essen in Mehrweg
Stiftung Mehrweg (auch in Englisch)
Hinweis: Hierbei handelt es sich um externe Links. Für deren Inhalt wird keine Haftung übernommen. Zudem handelt es sich um eine selektive Auswahl, kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Einspar
potenzial
Ihr seid euch noch unsicher, ob die Einführung von Mehrweg für euren Betrieb wirtschaftlich sinnvoll ist? Oder ihr wollt euch einem Mehrwegpoolsystem anschließen, wisst aber nicht, welches das beste Angebot ist?
Hier findet ihr einen kostenlosen Vergleichsrechner der Initiative mehrweg.einfach.machen, mit dem ihr die ökonomischen und ökologischen Einsparpotentiale (CO2-Emissionen, Wasserverbrauch, Abfallaufkommen) von Mehrweg für euren eigenen Betrieb selbstständig errechnen könnt.
Damit können die tatsächlichen Kosten von Einweg und verschiedenen Mehrwegsystemen verglichen werden können. Ihr könnt den Rechner eigenständig mit Daten befüllen – Grundlage ist dabei mindestens ein Angebot eines Mehrweganbieters.
Häufig
gestellte
Fragen
In Deutschland wurde die EU-Richtlinie 2019/04 durch die Einwegkunststoffverbotsverodnung und die Einwegkunststoffkennzeichnungsverordnung umgesetzt sowie durch die Novelle des Verpackungsgesetzes ergänzt. Hier findet ihr ein Infoblatt zur Verpackungsnovelle auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Vietnamesisch: https://esseninmehrweg.de/novelle-im-verpackungsgesetz-ab-2023-wird-mehrweg-zur-pflicht/
Im Jahr 2023 wurden etwa 2,6 Milliarden Heißgetränke in Einwegbechern und 12,0 Milliarden Einwegverpackungen für Speisen ausgegeben. Es wurden insgesamt 14,6 Milliarden Einwegverpackungen ausgegeben, die sich schnell und unkompliziert mit Mehrweg einsparen ließen. Nur rund 1,6% der ausgegebenen Getränke und Speisen wurden in Mehrweglösungen verkauft. Quelle: WWF
Nein. Bei ihrer Produktion wird Energie benötigt, die nach der einmaligen Nutzung verloren geht. Zudem werden häufig problematische Chemikalien eingesetzt. Kommen Dünger und Pestizide in der Rohstoffproduktion zum Einsatz, verschlechtert das die Umweltbilanz zusätzlich. Biokunststoffprodukte sind zudem nicht automatisch biologisch abbaubar. Sie sind häufig eine Mischung aus nachwachsenden Rohstoffen und Erdöl.
Ja, das ist möglich. Informationen zu den Anbietern sind unter Mehrweglösungen zu finden.
Die Kontaktinformationen zu den einzelnen Anbietern sind unter Mehrweglösungen zu finden.
Ja, diese Möglichkeiten gibt es auch neben den Mehrweggeboten. Zum Beispiel kann mit Foodsharing zusammengearbeitet werden, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Um für die Lebensmittel noch entgeltlich entlohnt zu werden, lohnt es sich, Too Good to go im Betrieb zu etablieren.
Gibt es in eurer Nachbarschaft schon andere Gastronomiebetriebe mit Mehrwegsystem? Sprecht sie an, welches System sie nutzen und warum. Ihr könnt uns auch gerne kontaktieren und wir vernetzen euch.
Darüber hinaus gibt es verschiedene lokale Infoveranstaltungen zum Thema Mehrweg, die z.B. von Gastroverbänden, der Stadt oder uns angeboten werden. Nutzt solche Angebote, um vertrauter mit Mehrweg zu werden und um euch mit anderen Gastronom*innen in eurer Umgebung auszutauschen.
Weitere Fragen und Antworten rund um die Mehrwegangebotspflicht findet ihr hier.